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 √úberempfindliche Zahnh√§lse  -  Geschichte des Amalgams  -  Implantate

Überempfindliche Zahnhälse....

Etwa ein Drittel der Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren kennen den kurzen scharfen Schmerz beim Einatmen kalter Luft oder beim Genuss von kalten und warmen Getr√§nken. Am h√§ufigsten treten √ľberempfindliche Z√§hne zwischen 30 und 40 Jahren auf. Von dem schmerzhaften Gef√ľhl sind mit 60 Prozent vor allem Frauen betroffen.

Auf Einladung der IHCF-Stiftung zur F√∂rderung der Gesundheit und der Sensodyne®-Forschung trafen sich die international anerkannten Professoren Lutz St√∂sser (Jena), Lars Petersson (Halmstad/ Schweden), Christian Splieth (Greifswald) und Christoph Benz (M√ľnchen) zu einem Expertengespr√§ch. Ziel dieser Diskussion war es, auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse einen Konsens f√ľr die Behandlung von √ľberempfindlichen Z√§hnen zu entwickeln.

Die Experten kamen zu dem Schluss, dass Kalium- und Strontiumsalze bei dieser Indikation effiziente Wirkstoffe sind und somit als Inhaltsstoffe in Zahncremes bei der h√§uslichen Anwendung eine sinnvolle Erg√§nzung des zahn√§rztlichen Handelns darstellen. Kaliumchlorid sch√ľtzt und beruhigt den Zahnnerv, w√§hrend Strontiumchlorid die reizweiterleitenden Dentinkan√§lchen verschlie√üt. Nach Aussage der Experten kann so bereits bei den ersten Anzeichen von schmerzempfindlichen Z√§hnen wirksam dem Fortschreiten vorgebeugt werden. Denn √úberempfindlichkeit sei nicht nur ein Komfortmangel, sondern k√∂nne zu einer chronischen Erkrankung werden.

 

Die Geschichte des Amalgams

Am Amalgam scheiden sich nicht erst seit gestern die Geister. Bereits 1833 brach in den USA der so genannte Amalgam-Krieg aus, der bis weit in die zweite Jahrhunderth√§lfte die amerikanische Zahn√§rzteschaft in zwei Lager teilte und mit einer Heftigkeit gef√ľhrt wurde, die an europ√§ische Religionskonflikte erinnert.

Die fr√ľheste Erw√§hnung des Amalgams findet sich in der ‚ÄěMateria Medica" des Su Kung von 659 nach Christus. Als ‚Äěsilberner Teig" kehrt Amalgam im "Ta-Kuan Pent-ts'ao" um 1107 wieder. Auch in der Ming-Periode wird die Legierung 1505 und 1596 (von Li Shihchen) erw√§hnt. 1505 beschreibt Liu Wen t'ai die genaue Zusammensetzung: ‚Äě100 Teile Quecksilber, 45 Teile Silber und 900 Teile Zinn, die in einem eisernen Topf zu verr√ľhren sind." Liu Wen t'ai f√ľgt hinzu, dass sich mit der Paste die L√∂cher von Front- und Backenz√§hnen f√ľllen lassen.

Der Ulmer Arzt Johann Stocket beschrieb 1528 in seinem Arzneib√ľchlein ‚ÄěPraxis aurea" die Herstellung von Amalgam, das in einem Zahnloch ‚Äěh√§rtet wie Stein". Das Rezept wurde 1601 nochmals von dem L√ľneburger Stadtarzt Tobias Dornkreilius wiedergegeben. In ‚Äě√úber die Zahnschmerzen" beschrieb Stocket - 1528 posthum ver√∂ffentlicht - im europ√§ischen Schrifttum erstmals die Kavit√§tenf√ľllung mit Amalgam. Und damit drei Jahrhunderte bevor in Frankreich und England die endg√ľltige Einf√ľhrung dieses F√ľllmittels ihren zaghaften Anfang nahm. Dann geriet Amalgam zun√§chst in Vergessenheit bis es im 19. Jahrhundert endg√ľltig Eingang in die konservierende Zahnheilkunde gefunden hatte.

Zwischen 1826 und 1835 f√ľhrte Auguste On√©sime Taveau in Paris das Amalgam ein, es bestand aus pulverisiertem Silber und Quecksilber, und er nannte es ‚ÄěSilberpaste". Doch positiv wurde die neue Legierung nicht aufgenommen. Lefoulon lehnte sie 1841 ab wegen der Schwarzf√§rbung, der Schrumpfungsneigung und der Porosit√§t. Er und D√©sirabode √§u√üerten starke Bedenken wegen des enthaltenen Quecksilbers. In England dagegen st√ľrzte sich die Londoner Zahnarztfamilie Crawcour - √ľble Vertreter ihres Standes - auf das Amalgam. Dem ‚ÄěMineral Succedaneum" f√ľgten sie das Beiwort ‚ÄěRoyal" an, um ihm so ein h√∂heres Ansehen zu verleihen. Doch ihre Behandlungsmethoden zogen auch das Material bald in Verruf. Denn sie machten sich nicht die M√ľhe, zuvor die Karies zu entfernen und f√ľllten stattdessen die Z√§hne in zwei Minuten ohne den geringsten Schmerz oder Druck.

Nachdem sie so ganz England, aber auch Paris versorgt hatten, gingen zwei der Br√ľder 1833 nach New York, um dort zu praktizieren. Rasch h√§uften sie ein Verm√∂gen an und legten mit ihren unlauteren Behandlungsmethoden den Grundstein f√ľr den "Amalgamkrieg".

Die prominenten Zahn√§rzte in den USA wie Eleazar Parmly und Isaac John Greenwood setzten sich mit Fanatismus f√ľr die Goldf√ľllung ein und verdammten jeden, der das unkomplizierte und billige Amalgam anwandte. Die 1840 gegr√ľndete ‚ÄěAmerican Society of Dental Surgeons" verpflichtete ihre Mitglieder dazu, "niemals und unter keinen Umst√§nden Amalgam anzuwenden". Nach 1840 wurde das F√ľllungsmaterial von der amerikanischen Regierung sogar verboten, nachdem sich unerkl√§rbare, diffuse k√∂rperliche Beschwerden nach Amalgam-Behandlungen eingestellt hatten. Zeitweilig stand auf die Verwendung von Amalgam sogar die Gef√§ngnisstrafe.

Doch da Amalgam schon damals in seiner Eigenschaft als g√ľnstiger, gut zu verarbeitender und langlebiger F√ľllstoff √ľberzeugte, wurde die Legierung trotz gesundheitlicher Bedenken um 1855 wieder zugelassen. Einige Jahrzehnte sp√§ter wurde Amalgam daher auch in Europa eingef√ľhrt. Die letzten Bedenken wurden beseitigt durch das 1899 erschienene, auf jahrelanger Forschungsarbeit basierende Werk Adolph Witzels ‚ÄěDas F√ľllen der Z√§hne mit Amalgam". Amalgam war nun seiner guten Eigenschaften wegen etabliert in der F√ľllungstherapie.

In den 20er Jahren warnten deutsche Toxikologen vor der Gefahr von Quecksilberplomben f√ľr Nerven und Immunsystem. Der deutsche Chemiker Prof. Alfred Stock, der die Auswirkungen von Quecksilber untersucht hatte, kam zu dem Schluss, dass die Zahnmedizin die Verwendung von Amalgam vermeiden sollte. In Wissenschaft und √Ėffentlichkeit entbrannte eine scharfe Debatte, die der Zweite Weltkrieg unterbrach. W√§hrend der sich √ľber drei Jahrhunderte hinziehenden Debatte konnte eine wesentliche Gesundheitsgef√§hrdung nicht direkt nachgewiesen werden. Und so wechseln sich Gutachten und Gegengutachten ab."

 Implantate

Allgemeines/Definition

Das Wort Implantation, welches sich von dem lateinischen "implantare" = einpflanzen ableitet, meint in humanmedizinischer Hinsicht das Einbringen von lebendem Gewebe (z.B. Organen, menschlicher bzw. tierischer Herkunft) oder chemisch stabilen, k√ľnstlichen Materialien (zu denen auch Kunststoffe sowie Metalle z√§hlen) in den menschlichen K√∂rper. Das Objekt, welches in den menschlichen Organismus eingebracht wird, nennt man Implantat. Es dient vorzugsweise als plastischer Ersatz oder bedingt durch seine Anwesenheit eine mechanische Verst√§rkung, durch die bestimmte K√∂rperfunktionen wieder aufgenommen werden k√∂nnen. Wohl jedem bekannt sein d√ľrften die k√ľnstlichen H√ľftgelenke aus Metall.

In der Zahnmedizin helfen die Implantate in Form von so genannten k√ľnstlichen Zahnwurzeln, auf denen dann, vergleichbar einer Krone, ein Zahnaufbau erfolgt, letztendlich dabei, den Knochenabbau bei Zahnlosigkeit zu verhindern, die Kaufunktion wieder aufzunehmen und die Nahrung optimal f√ľr den Schluckvorgang zu zerkleinern. Ebenso darf nat√ľrlich bei den heutigen Anspr√ľchen in unserer Gesellschaft auch der √§sthetische Aspekt nicht unerw√§hnt bleiben, f√ľr den die Implantate z.B. bei einem einzelnen Frontzahnverlust sehr gute L√∂sungsm√∂glichkeiten bieten k√∂nnen.

Historisches

Neben ganz vereinzelten Funden fraglicher Funktionalität beginnt die Geschichte der zahnmedizinischen Implantation Anfang des 19.Jahrhunderts. In Bezug auf das Material wurde vieler Orts herumexperimentiert. So kamen anfangs Materialien wie Silber, Gold, Platin, Blei, aber auch Gummi, Kautschuk und Keramik zum Einsatz. Die plastischen Nachahmungen waren meist den Zahnformen nachempfunden und wurden direkt nach der Zahnextraktion in den Knochenfächern platziert. Eine erhebliche Weiterentwicklung ergab sich gegen Ende des 19.Jahrhunderts, als mit den Erfindungen von Lokalanästhesiemitteln, der Bohrmaschine und den Röntgenstrahlen die Möglichkeiten zu kontrollierten Studien auch im Gebiet der Implantologie stiegen.

Seit 1960 hat sich das "nicht edle" Metall Titan und auch die Keramik in Form eines direkt in den Knochen eingelagerten, "enossalen" Implantats durch seine √ľberzeugenden Studienerfolge an die Spitze der Anwendungen geschoben.

Implantattypen

Material

Die heute auf dem Markt vorhandenen Implantattypen beruhen grunds√§tzlich auf unterschiedlichen Formen und verschieden beschaffenen Oberfl√§chen. Das Unterschiedsmerkmal "Material" hat sich im Laufe der Weiterentwicklung der Implantologie so gut wie er√ľbrigt, da Titan den Stellenwert Nummer eins eingenommen hat. Der Grund daf√ľr sind im Vergleich zu verschiedenen Arten von Edelstahl und Metalllegierungen die guten mechanischen und vor allem statischen Eigenschaften. Diese Eigenschaften des Implantatwerkstoffs sind abh√§ngig von der H√§rte, der Dichte, der Druck- bzw. Zugfestigkeit, der Biegebruchfestigkeit und der Elastizit√§t. Sie sind daf√ľr verantwortlich, dass das Implantat stabil genug ist, um den sp√§teren Kaubelastungen stand zu halten.

F√ľr die optimale Integration in den menschlichen K√∂rper fehlt noch das Merkmal der elektrischen Neutralit√§t, welches u.a. ein w√ľnschenswertes Einheilverhalten bedingt. Leider entsprechen Metalle diesem Anspruch nicht, denn Metalle weisen eine gewisse Zytotoxizit√§t, d.h. zellsch√§digende Wirkung, und Antigenizit√§t, d.h. die k√∂rpereigene Immunabwehr aktivierende Wirkung, auf. Im Vergleich dazu stehen andere Materialien wie z.B. Aluminiumoxidkeramik zur Verf√ľgung, die der Integrit√§t in den Organismus Gen√ľge leisten. Nachteilig ist bei Keramiken jedoch, dass sich die anderen oben aufgelisteten, zur Anfertigung eines Implantats notwendigen Eigenschaften als nicht ausreichend zeigen; die Belastung des sp√§teren aufmontierten Zahnersatzes f√ľhrt dann beispielsweise zur Fraktur des Implantats. Die Forschung arbeitet aber st√§ndig an der Weiterentwicklung auf diesem Gebiet.

Genutzt wird das Wissen um die Vorteile der Keramik bereits in Bezug auf die oberflächliche Beschaffenheit der Implantate. Auf diese Weise kann die Biokompatibilität des Implantats gesteigert werden. Der Grundkörper des plastischen Zahnwurzelersatzes besteht aus Titan, aber die Oberfläche ist als Unterscheidungsmerkmal verschiedenartig modifiziert:

rein maschinell bearbeitete Implantatoberflächen

beschichtete Implantatoberflächen

durch Bestrahlung (z.B.Aluminiumoxidstrahlung)

durch Säureätzung

durch Thermoätzung

durch elektrolytisch-chemische Konditionierung

Die Konditionierung der Implantatoberfl√§che beeinflusst nachweislich das Einheilen in den Knochen. Neueste Entwicklungen lagern bereits das Knochenwachstum stimulierende Faktoren in die Beschichtung ein, um noch bessere Ergebnisse bez√ľglich der Knochenvertr√§glichkeit zu erzielen.

Form

In Bezug auf die Form des Implantats haben sich die verschiedenen Implantate im Laufe der Entwicklung stetig einander angen√§hert. Fr√ľher wurden noch exquisit geformte Implantate unter die Mundschleimhaut (submuk√∂se Implantate) bzw. unter die Knochenhaut (subperiostale Implantate) gesetzt. Auch das Einbringen durch den Zahn hindurch (transdental) oder vollst√§ndig durch den Kiefer hindurch (bicortical) ist nicht mehr zeitgem√§√ü.

In der modernen Zahnmedizin werden heutzutage die in den Knochen eingebrachten (enossalen) Implantate bevorzugt. Sie k√∂nnen die Form von Nadeln, Zylindern, Koni, Stufen, Kegeln oder Hohlzylindern besitzen, wobei das Implantat der ersten Wahl ein Schraubenimplantat ist. Diese Schrauben differieren wiederum in ihrer Gewindetiefe, ihrem Steigungswinkel, ihrem Gewindeprofil, ihrer L√§nge, ihrer Breite und wie bereits erw√§hnt in ihrem Material. Eine entsprechend gro√üe Auswahl von Implantaten wird von den verschiedenen Firmen auf dem Markt vertrieben. Somit ist der Operateur in der Lage, f√ľr jede individuelle Situation im Mund des Patienten ein geeignetes Implantat zu w√§hlen

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Gegenanzeigen, Kontraindikationen

Wichtig f√ľr die Implantation ist ein Abw√§gen der Erfolgsaussichten. Die Vorgehensweise, die Art und die Anzahl der Implantatversorgung bedarf einer genauen Untersuchung und Planung. So gelten allgemeinmedizinische Faktoren, wie zum Beispiel ausgepr√§gte Stoffwechselerkrankungen, Leber-, Nieren- und Knochenleiden, Blut- bzw. Risikoerkrankungen im Allgemeinen, als Gegenanzeigen f√ľr oralchirurgische Eingriffe dieser Art. Studien haben gezeigt, dass die Zahl der Implantatmisserfolge bei Rauchern doppelt so hoch ist, wie bei Nichtrauchern. Nikotin-, Alkohol- und Drogenmissbrauch sprechen gegen die Durchf√ľhrung einer Implantation. Auch muss die Geschicklichkeit des Patienten f√ľr die sp√§ter anfallenden besonderen Mundhygienema√ünahmen sichergestellt sein. W√§hrend einer akuten Infektionskrankheit, kurz nach einer erfolgten Strahlentherapie, w√§hrend der Schwangerschaft sowie der Stillzeit sollte von einer Zahnimplantation Abstand genommen werden.

Neben den allgemeinen Kontraindikationen obliegt es dem Zahnarzt, auch den Mundraum exakt zu inspizieren, um sich dort ergebene Probleme im voraus zu bedenken. Eine Mundtrockenheit, pathologische Schleimhaut- oder Knochenverh√§ltnisse, eine zu gro√üe Zunge, ung√ľnstige Kiefer- und Bissverh√§ltnisse sowie krankhafte Kaubewegungen k√∂nnen gegen das Einbringen von Implantaten sprechen. Ebenfalls muss eine ausreichende Knochendicke gew√§hrleistet sein, um die Implantate √ľberhaupt in den Kieferknochen setzen zu k√∂nnen. Ist kein ausreichendes Knochenbett vorhanden, besteht noch die M√∂glichkeit, dieses durch eine chirurgische Voroperation zu schaffen. Bei diesen so genannten "Knochenaugmentationen" wird im Oberkiefer Knochen in die Kieferh√∂hle eingebracht bzw. dem Unterkiefer Knochen aufgelagert. Die Operationstechniken haben sich in den vergangenen Jahren soweit verfeinert und als zuverl√§ssig erwiesen, dass ein mangelndes Knochenangebot nicht mehr als Gegenanzeige einzustufen ist.

Ein Problem stellt noch die Versorgung von Kindern dar. Da das Knochenwachstum bei m√§nnlichen Jugendlichen erst mit dem 20.Lebensjahr abgeschlossen ist, sind alle Implantationen w√§hrend der Jugend als kritisch zu betrachten. F√ľr M√§dchen gilt dies etwa bis zum 18.Lebensjahr. Gegen die Implantation im hohen Alter spricht nichts.

 

Suprakonstruktion

Unter dem Begriff Suprakonstruktion versteht man den Aufbau, der auf das Implantat aufgelagert wird. Der Laie muss sich bildlich diese beiden Komponenten als k√ľnstliche Zahnwurzel und deren k√ľnstliche Zahnkrone vorstellen. Mehrere Schrauben und Fassungen greifen ineinander und erm√∂glichen die individuelle Gestaltung des Zahnersatzes.

Einzelne Zahnl√ľcken k√∂nnen mit einem so genannten Einzelzahnimplantat versorgt werden; begrenzte L√ľcken bzw. verk√ľrzte Zahnreihen mit zwei oder mehreren Implantaten. Als Suprakonstruktion ist im Anschluss eine prothetische Arbeit mit Kronen oder Br√ľcken, dem so genannten festsitzenden Zahnersatz, m√∂glich. Eine solche ist, vor allem aus Gr√ľnden des Selbstwertgef√ľhls, stets komfortabler und erstrebenswerter als ein herausnehmbarer Zahnersatz.

Bei einem stark reduzierten Restgebiss oder bei einem zahnlosen Kiefer kommt eine kombiniert festsitzende und herausnehmbare Suprakonstruktion zur Anwendung. Das bedeutet, dass die Implantate mit √ľber der Schleimhaut liegenden Stegen oder Kappen versehen werden, √ľber die eine Prothese eingegliedert werden kann. Im Besonderen bietet eine solche Konstruktion f√ľr Patienten mit unbezahntem Unterkiefer einen erl√∂senden Kaukomfort, da Totalprothesen des Unterkiefers oftmals keinen Halt auf dem reduzierten Kieferkamm finden und Druckschmerzen verursachen k√∂nnen.

Die individuelle Gestaltung des Zahnersatzes in Bezug auf die Bissh√∂he, die Zahngr√∂√üe, die Zahnform und die Zahnfarbe zeigt sich bez√ľglich ihrer Entfaltungsm√∂glichkeiten nur dahingehend begrenzt, dass die optimale Belastung der Implantate und die Funktionalit√§t des Kausystems stets Zielsetzung Nummer eins bleiben muss. Im Rahmen einer professionellen Anfertigung k√∂nnen trotz allem h√∂chste √§sthetische Anspr√ľche problemlos befriedigt werden.

 

Klinischer Ablauf

Die Versorgung mit Implantaten kann sowohl von Zahn√§rzten, als auch in Zusammenarbeit mit Kieferchirurgen durchgef√ľhrt werden.

Nach einer Abformung der Kiefer werden diese f√ľr die Planung der Lokalisation der Implantate sowie f√ľr die Planung der Platzierung der Suprakonstruktion vermessen. Eine konservative Sanierung des Restgebisses sollte im Vorfeld erfolgen, um ein Kariesfreiheit und einen Parodontitisausschluss zu gew√§hrleisten. Nicht mehr erhaltensw√ľrdige Z√§hne werden extrahiert. Heutige Erkenntnisse fordern nach Extraktionen, eine Wartezeit von drei Monaten bis zum Tag der Implantation einzuhalten, um laut Studien eine Verkn√∂cherung des entstandenen Knochenfachs zu gew√§hrleisten. Alternativ besteht die M√∂glichkeit, z.B. bei frischem Zahnverlust, eine Sofortimplantation durchzuf√ľhren. Mehrheitlich wird allerdings laut Studien eine Sp√§timplantation bevorzugt. Bei dieser werden mit Hilfe von R√∂ntgenbildern und einer speziell angefertigten Bohrschablone die Implantate in den regenerierten Knochen eingebracht. Die Schleimhaut wird dicht √ľber der Bohrung vern√§ht. Nach wiederum drei Monaten werden die k√ľnstlichen Zahnwurzeln freigelegt, in Bezug auf ihr Einheilen kontrolliert und mit so genannten Mundschleimhautformer versehen. Das Zahnfleisch w√§chst harmonisch um diese Schrauben herum.

Die Anfertigung der Suprakonstruktion verh√§lt sich im Ablauf so, wie die Herstellung von entsprechenden zahngetragenen Kronen und Br√ľcken bzw. Prothesen. Hinzu kommt ausschlie√ülich die filigrane Arbeit der Verschraubungen, die bei jeder Abformung oder Einprobe st√§ndig erfolgen muss, um die Implantatposition auf die zahntechnischen Modelle zu √ľbertragen und die Passgenauigkeit der fertigen Arbeit zu gew√§hrleisten. Ohne die Professionalit√§t von Zahnarzt und zahntechnischem Labor ist dem Anspruch an eine solche qualitativ hochwertige Versorgung schwerlich Gen√ľge zu tragen.

Haltbarkeit

Die fertige chirurgische, zahn√§rztliche und zahntechnische Arbeit im Munde des Patienten ist ein lohnenswerter, zukunftsorientierter Zahnersatz f√ľr mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. √úber 90% der Implantate heilen in den Kieferknochen binnen der ersten sechs Monate nach Implantation ein und k√∂nnen dort viele Jahre verbleiben; vorausgesetzt jedoch, dass der Patient mit der Zeit keine allgemeinen Knochenerkrankungen entwickelt oder andere vorher nicht zu erahnende Einflussfaktoren, wie z.B. Tumore, Unf√§lle auftreten. Langzeitstudien belegen Inkorporationen von Implantaten √ľber 15, 20 und mehr Jahre, wobei die k√ľnstliche Zahnwurzel stets belastbar und prothetisch verwendbar bleibt.

Die Suprakonstruktion bedarf einer t√§glichen Mundpflege des Patienten und halbj√§hrlich einer professionellen Zahnreinigung durch den Zahnarzt wie die nat√ľrlichen Z√§hne im Allgemeinen auch. Die Haltbarkeit der zahntechnischen Arbeit ist offiziell bei ca. 5-10 Jahren angesiedelt, kann aber in der Realit√§t problemlos auch die doppelte Anzahl an Jahren erreichen. Sollte sich die Mundsituation ver√§ndern, d.h. dass eigene Z√§hne z.B. im Laufe der Zeit entfernt werden m√ľssen, stellt das Verwenden der Implantate f√ľr die neue Gebissrekonstruktion kein Problem dar. Die alte prothetische Arbeit wird entfernt und entsprechend der aktuellen Situation im Mundraum wird ein passender Zahnersatz auf den ersten Implantaten, sowie ggf. kombiniert auf weiteren gesetzten Implantaten angefertigt. Die Gew√§hrleistung bez√ľglich der Haltbarkeit des Zahnersatzes beginnt dann von neuem.

Richtige Pflege der Implantate

Direkt nach der Implantation

Bis die Betäubung abgeklungen ist, sollten Sie weder etwas Heißes essen oder trinken.

In der ersten Woche

Vermeiden Sie k√∂rperliche Anstrengungen (Sport, B√ľcken, Heben, Sauna usw.)

Verzichten Sie vorerst auf Alkohol, Zigaretten, Kaffee, Schwarztee und Milchprodukte.

Sp√ľlen Sie Ihren Mund nach jedem Essen mit lauwarmen Wasser aus, nicht jedoch am Operationstag selbst.

Putzen Sie Ihre Zähne wie gewohnt, seien Sie jedoch mit den Implantaten besonders vorsichtig.

Benutzen Sie weder eine elektrische Zahnb√ľrste noch eine Munddusche.

K√ľhlen sollten Sie die schmerzende Bereiche nur von au√üen. Wickeln Sie dazu ein Geschirrtuch um das K√ľhlpack bevor Sie es auflegen.

Lassen Sie nach Möglichkeit Ihre Vollprothese weg, falls diese den Implantationsbereich mit einschließt.

In der zweiten bis sechsten Woche

Sie sollten noch immer körperliche Anstrengungen und das Rauchen vermeiden.

Befolgen Sie die Putzanweisungen Ihres Zahnarztes genauestens.

Sollten Sie einen herausnehmbaren Zahnersatz tragen, reinigen Sie ihn nach jeder Mahlzeit.

Verzichten Sie wann immer es geht nach größeren Eingriffen, wie zum Beispiel einem Knochenaufbau, auf das Tragen Ihrer Vollprothese.

Und denken Sie immer daran:
Das Implantat kann nur dann richtig einheilen, wenn sich die Knochen nicht verschieben. Sch√ľtzen Sie diesen Bereich vor Druckbelastungen durch Zunge, Finger, allzu harte oder kantige Nahrungsmittel!

Kosten√ľbernahme

Die Kosten f√ľr Implantate und die folgende Suprakonstruktion sind in der Bundesrepublik Deutschland Privatleistungen. Nur in Ausnahmef√§llen, z.B. im Rahmen von Unf√§llen oder bei Tumorleiden, kommen die gesetzlichen Krankenkassen f√ľr diese Art der Versorgung auf. Da sich das Leistungsangebot der Krankenkassen in der Regel eher verschlechtert als verbessert, ist hier wahrscheinlich nicht mit einer √Ąnderung zu rechnen.

Zusammenfassung

Die Entwicklung der Implantate im zahnmedizinischen Bereich hat sich in den letzten Jahrzehnten trotz vieler Probleme als sehr erfolgreich gezeigt. Viele Langzeitstudien √ľber Implantationen belegen, dass ihre Beschaffenheit sowie ihre Formen und ihre Haltbarkeit verbessert worden sind. Der Laie kann sich ein Zahnimplantat als eine k√ľnstliche Zahnwurzel vorstellen. In Verbindung mit einem zahnkronenf√∂rmigen Aufbau oder anderen prothetischen Konstruktionen kann ein individuelles k√ľnstliches Gebiss in den Mundraum integriert werden. Diese M√∂glichkeit eines derartigen Zahnersatzes hat sich in der modernen Zahnmedizin mittlerweile seinen festen Anwendungsbereich geschaffen. Implantate er√∂ffnen auf verschiedenste Art und Weise einen Weg der Zahnlosigkeit bzw. einer herausnehmbaren Prothese zu entgehen. Daher bringen immer mehr Zahnarzt-Praxen mittels Informationsmaterial und Gespr√§chen dieses chirurgisch-prothetische Sanierungskonzept des Gebisses den Patienten nahe.

Zahn√§rztliche Implantate bestehen aus Titan und werden auf dem Markt in verschiedenen Formen und mit verschiedenen Beschichtungen angeboten. Bei ausreichendem Knochenzustand des Ober- oder Unterkiefers werden sie in den Knochen eingebracht und sind bei einer problemlosen Einheilungsphase sp√§testens nach sechs Monaten endg√ľltig inkorporiert. Einer normalen Kaubelastung steht danach nichts mehr im Wege.

Die einzelnen Implantate k√∂nnen mit Einzelkronen, Kronenbl√∂cken bzw. Br√ľckenkonstruktionen versehen werden oder als Anker f√ľr Prothesen dienen. Sie befriedigen nicht nur h√∂chste √§sthetische Anspr√ľche im Bereich des Zahnersatzes, sondern bedingen vor allem bei drohender oder vorhandener Zahnlosigkeit eine bedeutsame Steigerung des Kaukomforts und vor allem des allgemeinen Wohlbefindens.

Eine Gew√§hrleistung f√ľr das Einwachsen der Implantate gibt es nicht, aber die Erfolgsquote ist in den vergangenen Jahren z.T. mit 95% bereits sehr gestiegen.

Die Zahnpflege der gesamten implantierten Konstruktion stellt f√ľr den Patienten nach ausf√ľhrlicher zahn√§rztlicher Einweisung kein gr√∂√üeres Problem dar.

 

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